Tag 3: Mit GPS-Geräten einen Track erstellen

Von Lisa

Wir stehen vor dem Seiteneingang der Hochschule Harz. In unseren Armen die Technik, die wir für den heutigen Dreh brauchen: eine Kamera in einer Halterung – “Fig Rig” genannt – zum Filmen, eine Kamera für die Fotos und natürlich das Tongerät Zoom, um das Rascheln der Blätter unter unseren Füßen aufzuzeichnen. Professor Hardy Pundt schlägt vor, ein Stück in den Wald zu gehen, um einen GPS-Track aufzuzeichnen. Keine von uns hatte bisher Erfahrungen im Geocaching gesammelt. Nach kurzer Einweisung direkt vor Ort, laufen wir über heruntergefallene Blätter Waldwege entlang und an einem kleinen Teich vorbei.

Ein Track muss erst abgelaufen und erstellt werden. Eine Route hingegen existiert schon und kann im GPX-Format geteilt werden. Der Standort wird entgegen aller Erwartungen nicht direkt von einem GPS-Signal bestimmt, sondern es braucht mindestens drei Satelliten, die in circa 20.200 km Entfernung über unseren Köpfen um die Erde kreisen, um ihn zu berechnen. Neben dem amerikanischen GPS gibt es noch einige andere Navigationssysteme, wie beispielsweise “Galileo” in Europa, “GLONASS” in Russland oder “IRNSS” in Indien, die aber die gleiche Technik verwenden. Das haben wir am Anfang im Labor für Geoinformations- und Datenbanksysteme gelernt, in dem uns Professor Hardy Pundt auch den Umgang mit den GPS-Geräten erklärte.

Feedback: So kam das GPS-Tracking an

“Obwohl ich mich aufs Fotomachen fokussiert habe, war es trotzdem interessant zu sehen, wie man einen Track erstellt”, resümiert Annemarie. Auch Annika war den Tag über hinter der Kamera und hat gefilmt: „Es war mit der Zeit anstrengend das “Fig Rig” auf Position zu halten, aber es hat mir Spaß gemacht. Robin hat mich auch unterstützt und mir viele Tricks beigebracht.“ Ich selbst habe die Tonangel gehalten und hatte deshalb keine Hand mehr für das Zoom frei, konnte die Tonaufnahme nicht starten und stoppen. Deshalb hat mir Sebastian dabei geholfen.

  • Die Schülerinnen lernen das Labor Geoinformationssysteme kennen. Foto: Movie meets Technology

Sophie bildete mit Lea, Kim und Alina ein Team. “Ich dachte eigentlich, wir suchen Caches, aber es war auch cool einen Track zu erstellen. Hätte es richtig funktioniert, wäre es noch besser gewesen.” Alina sieht es ähnlich: “Ich hätte nicht gedacht, dass man durch Herumstehen so schell von Wernigerode nach Bad Segeberg in Schleswig-Holstein kommt.” Lea weiß, woran das liegt: “Bei der Erstellung eines Tracks ist es wichtig, sich kontinuierlich zu bewegen, sonst bricht das Gerät die Aufzeichnung ab. Da wir auch einige Szenen im Wald gedreht haben, sind die Geräte bestimmt durcheinander gekommen.” Denn die Schülerin saß nur vor ihrem PC, verfolgte den selbsterstellten Track über Google Earth und hatte demanch den Harz nicht verlassen. Kim fand die anschließende “berühmte Harzer Blätterschlacht” am besten. “Uns gegenseitig nach dem geplanten Programm noch mit Blättern zu bewerfen, war ein schöner Abschluss. Mir hat der Tag sehr gut gefallen.”

Quelle Beitragsbild: Movie meets Technology

Tag 2: Dank Schiff-Experiment zum Spaß an Physik

Von Lea und Sophie

“Praxisnah”, “Interessant”, “Anschaulich” – und Physik? Passt das? Davon versuchten uns Professor Rudolf Mecke und Laboringenieur Peter Kußmann zu überzeugen. Am Dienstagvormittag führten wir zum Thema “Automatisierung durch Regelungstechnik” ein Experiment in einem der “Smart Automation”-Labore durch. Im Vergleich zu unseren bisherigen Erfahrungen in der Schule, wurde uns hier die Möglichkeit gegeben, uns nochmal ganz anders mit der Physik zu beschäftigen.

Das Experiment: Von Schiffen und dem Geldsparen

“Zeit ist Geld”, meinte Peter Kußmann und versuchte uns das eigentliche Problem bildlich darzustellen: Heutzutage werden immer häufiger Kräne für das Be- und Entladen eines Schiffes verwendet. Jedoch beeinflusst die Schwingdauer des Kranpendels die Anlegezeit und somit die entstehenden Kosten. In großen Unternehmen wird deshalb versucht, durch das Regeln der Schwingungsdauer, unnötige Kosten zu vermeiden.

  • Laboringenieur Peter Kußmann erklärt den Schülerinnen die Auswirkungen des Motors auf das Pendel. Foto: Movie meets Technology

So wurde uns durch einen vereinfachten Versuch vermittelt, wie ein solches Problem bewältigt werden kann. Dazu wurde die Zeit gemessen, die ein Pendel bis zum Ausschwingen benötigt. Zusätzlich wurden darauf Tischtennisbälle platziert, um die Container darzustellen. Da das Pendel sehr lange bis zum Stillstand benötigt und die Bälle, wie erwartet, herunterfielen, mussten wir eine Lösung finden.

Dafür wurde uns ein Programm gezeigt, bei dem die Schwingungen in verschiedenen Farben dargestellt werden. Durch das Eingeben verschiedener Zahlenwerte für die Schwungdämpfung, kann damit das Problem behoben werden. Nach vielen vergeblichen Versuchen fanden Annika und Alina eine passende Lösung. Diese probierten wir sofort aus und siehe da, es funktionierte. Mit dieser Methode sparen Unternehmen mehrere Millionen Euro.

Immer mit dabei: Fotoapparat und Videokamera

Während des Experiments machten wir Foto- und Videoaufnahmen und interviewten Laboringenieur Peter Kußmann und seinen Hilfswissenschaftler (HiWi) Henrik Dresselhaus. Wir stellten ihnen Fragen zum Verlauf und dem Studienfach “Smart Automation” selbst. Die Bearbeitung des Foto- und Videomaterials wurde uns dann nachmittags durch Sebastian und Robin, beides Masterstudenten der “Medien- und Spielekonzeption”, beigebracht.

Sowohl das Lösen des Problems als auch das Filmen und Bearbeiten bereiteten allen Teilnehmerinnen viel Freude. So hatte Lea das Gefühl, Teil eines richtigen Kamerateams zu sein, da sie bei Fotografie, Film und Ton mitgewirkt hat. “Ich war sehr konzentriert, während des Interviews, um möglichst gute Ergebnisse zu erzielen”, sagt sie. “Es war sehr interessant”, äußert sich Kim und Alina fügt lächelnd hinzu: “Ich bin der Physik etwas näher gekommen. Es hat Spaß gemacht.”

Quelle Beitragsbild: Movie meets Technology