Tag 2 – So verliefen die Experimente im Labor

Belebter Schlamm, bunte Flüssigkeiten und eine sterile Umgebung – am nächsten Tag der Forschungswoche standen für die Schülerinnen drei Experimente im Umwelttechniklabor auf dem Plan. Teilnehmerin Julia (Foto) erzählt von ihren Erfahrungen bei den einzelnen Versuchen.

Experiment 1: Tierchen im Schlamm

Am zweiten Forschungstag um 9 Uhr ging es in das uns schon bekannte Labor. Mithilfe von Frau Gerlach konnten wir Belebtschlamm mikroskopieren. Was auf den ersten Blick wie ein wildes Durcheinander schien, stellte sich als Lebensraum einer Vielzahl unterschiedlichster Mikroorganismen heraus, darunter zum Beispiel Wimperntierchen und Bärtierchen. Diese niedlichen Kleinstlebewesen schwommen mal eben vor deinem Auge vorbei. Diese Beobachtungen haben mir großen Spaß gemacht. Es stellte sich letztendlich heraus, dass es sich um einen gut funktionierenden Schlamm handelte.

  • Die Teilnehmerinnen schauen sich den belebten Schlamm im Mikroskop an.

Experiment 2: Temperatur in Kläranlagen

Sollte man Kläranlagen beheizen? Beim nächsten Versuch haben wir mit Prof. Dr. Heilmann ein Belüftungsbecken einer solchen Anlage nachempfunden, in dem aerobe Kleinstlebewesen organische Verunreinigungen des Abwassers abbauen. Danach haben wir beobachtet, was in Abhängigkeit von der Temperatur passiert. An zwei großen Gläsern mit braunem, unterschiedlich warmen Wasser haben wir in regelmäßigen Zeitabständen die Sauerstoffsättigung gemessen – aber erst nachdem die Sauerstoffzufuhr unterbunden war. Schlussfolgerung: Das Erwärmen der Flüssigkeit führt zur Beschleunigung der Atmung der Organismen, woraufhin der schneller abnehmende Sauerstoffanteil beim wärmeren Wasser deutet. Kläranlagen sollte man deshalb trotzdem nicht heizen, da der Energieaufwand dafür zu hoch ist. Wie es sich bei Biogasanlagen verhält könnt ihr im Video sehen.

  • Versuchsaufbau mit Klärschlamm.

Experiment 3: Daten im Vergleich

Das letzte Experiment sollte uns die Häufigkeit von Fehlern bei der Erhebung von Messdaten aufzeigen. Ich selbst durfte den Nitratgehalt von einer eingefärbten Teichprobe und der Standardlösung bestimmen und vergleichen. Auch wenn das genauere chemische Verständnis dabei manchmal noch gefehlt hat, waren die einzelnen Messungen sehr spannend. Die Werte wichen wirklich oft voneinander ab. Grund sind zum Beispiel ungenaues Arbeiten bei der Probenentnahme, dem Abmessen sowie unsaubere Behälter und Sonden. Ich hab währenddessen auch coole Fotos geschossen und durfte die Anmoderation für die dabei entstandenen Videos machen.

  • Ermittlung der Nitratwerte durch einfärben der Probe.

(Julia)

Tag 2 – Einblicke: Erste Schritte im Editing

Bilder bearbeiten, Videos schneiden und erstellen – diese Aufgaben aus dem Editing-Bereich, welche auch Bestandteile des Studiums der Medieninformatik (B.Sc.) und der Medien- und Spielekonzeption (M.A.) sind, hatten die Teilnehmerinnen der SelectMINT-Woche am zweiten Tag. Dabei machten sie ihre ersten Erfahrungen mit Photoshop, Premiere und After Effects. Franzi, Sophia und Chris berichten.

Photoshop: “Bilder Perfektionieren”

Nachdem wir die Experimente durchgeführt und das Mittagessen zu uns genommen hatten, durchforsteten wir die geschossenen Fotos und fesselnden Videos. Wir suchten nach den besten Bildern, während die Anderen fleißig die Filme schnitten. Zur Bearbeitung benutzten wir nach einer kurzen Einführung Photoshop.

Franzi: Ich selbst habe bereits während eines Praktikums mit Photoshop gearbeitet, jedoch designte ich dort mit Hilfe eines Tablets selbst. So habe ich hier einen Einblick in die Bearbeitung von richtigen Fotos bekommen. Von der Veränderung der Belichtung bis zur Farbanpassung konnten wir die Bilder perfektionieren. Mir hat es ziemlich Spaß gemacht, sich mit dem Programm auseinanderzusetzen.

Sophia: Mit Photoshop hatte ich noch keine Erfahrung. Deswegen entschied ich mich dafür, die Bilder zu bearbeiten und nicht die Filme zu schneiden. Anfangs fand ich es sehr verwirrend, da wir uns viele Dinge in kürzester Zeit merken mussten. Nach und nach hatte ich den Dreh aber raus, doch brauchte ich trotzdem noch länger als die Anderen, um die Bilder zu photoshopen. An sich fand ich es aber interessant und war stolz auf die Ergebnisse, die sogar veröffentlicht wurden.

  • Die Texte für den Blog werden von einer Teilnehmerin verfasst.

Premiere: DAS SPIEL MIT SCHNITT & BLENDEN

Chris: Ich schätze jeder hat schon einmal einen Film gesehen und gedacht “Wahnsinn, wie bekommen die das hin?”. So ging es mir auch. Zwar habe ich schon beim Schneiden zugesehen, aber eine wirkliche Idee, wie es wohl sein würde, entstand dabei nie. Die Einführung in das Programm (Adobe Premiere) dauerte durch die berühmten “technischen Schwierigkeiten” etwas länger, aber nachdem alles bereit stand, fing ich an, mich in die Welt der Videobearbeitung hineinzufinden.

Ich wusste, dass es Zeit braucht, und jetzt, da ich es ausprobieren durfte, kann ich nur sagen: Ja! Es braucht Zeit. Viel Zeit. Aber es macht eben auch genauso viel Spaß. Man spielt mit Schnitten, Blenden, Ton- und Videospuren und lernt, die Realität noch attraktiver zu gestalten. Das Programm an sich bot uns vielseitige Möglichkeiten und war übersichtlicher, als andere, die ich bereits bei Freunden gesehen hatte. Zumindest kann ich von mir behaupten, dass ich recht gut damit arbeiten konnte.

Was man allerdings dazusagen muss, ist, dass dir das Videomaterial irgendwann aus dem Hals hängt, weil du es immer und immer und – ja richtig – immer wieder ansehen musst, während du nach der perfekten Schnittstelle suchst, die oftmals zwischen einem Satzende und dem nächsten, flüssig übergleitenden “Und…” lag.

Es war schon sehr nervenraubend, wenn jemand weder Punkt noch Komma kannte. Dennoch haben wir das Beste aus dem uns zur Verfügung Stehenden gemacht. Schlussendlich entstand ein Video, das sich sehen lassen kann und auf das wir ziemlich stolz sind. Natürlich fehlt noch einiges, wenn man einen Kinofilm anstrebt, aber unser Interesse ist geweckt, wir hatten eine Menge Spaß und ich kann jedem nur empfehlen, sich mal am Schnitt zu versuchen – es lohnt sich.

After Effects: Stopmotionfilm erstellen

Franzi: Nach der Einführung in “Mobile Systeme” haben wir uns mit dem Zusammenbau eines Lego-Roboters auseinander gesetzt. Mithilfe von Anleitungen, die sehr an die von IKEA erinnern, haben wir los gebastelt. Den ganzen Prozess kann man unterschiedlich festhalten. Wir entschieden uns einen Stopmotionfilm zu machen. Das bedeutet, dass durch das Aneinanderreihen einzelner Bilder, eine Bewegung erzeugt wird.

Nachdem die Aufnahmen für uns gemacht wurden, haben wir am Nachmittag angefangen, die Sequenzen aneinander zu schneiden. Mühselig haben wir uns zu zweit durch das Programm geklickt. Gefühlte Ewigkeiten verbrachten wir damit, den gleichen Prozess für alle 60 Bilder zu wiederholen. Nach der genauen Überlegung, der perfekten Länge und mehrmaligem Rendern, wurden wir endlich fertig.

(Franzi, Sophia, Chris)