Tag 4 – Interviews: MINT – ein Männer-Ding?

81 Prozent der Forscher in deutschen Unternehmen sind männlich – das hat eine Studie des Stifterverbands für die deutsche Wissenschaft in 2015 herausgefunden. Demnach sind die MINT-Berufe immer noch von Männern dominiert.

Prof. Dr. Louisa Klemmer (Gleichstellungsbeauftragte der Hochschule Harz):

Der Frauenanteil in Forschung, Lehre und auf vielen wissenschaftlichen Qualifikationsebenen ist deutschlandweit weiterhin unterrepräsentiert. Auch im Land Sachsen-Anhalt lässt sich diese Ausprägung beobachten.

Mathematik und Naturwissenschaften haben laut der Organisation “Komm mach Mint” in 2014 etwa 64.500 Frauen und 102.600 Männer als Studienfach begonnen. Allerdings steigt die Zahl von Frauen in den technischen Berufen laut des Statistischen Bundesamtes an.

Prof. Dr. Louisa Klemmer:

Mädchen/Frauen und Jungen/Männer wählen – nicht zuletzt auf der Basis von traditionellen Geschlechterrollen – (zum Teil) noch immer unterschiedliche Berufsfelder bzw. Studienrichtungen.

Bezogen auf die Gleichstellungsarbeit bedeutet dies insbesondere, die Teilhabe von Frauen auf allen Ebenen weiterhin zu unterstützen und auszubauen. Nach wie vor gibt es zu wenige Frauen auf einzelnen Karrierestufen und / oder in bestimmt Fächern sowie in Gremien und in Führungspositionen in der Wissenschaft.

Daher verstehe ich die Gleichstellungsarbeit als einen Abbau von Benachteiligung die eine gleiche Teilhabe ermöglicht. Sprich Minderheiten mit gleichen Chancen auszustatten, strukturelle Missstände zu analysieren und aufzeigen, dann den Anstoß zur Veränderungen zu geben.

Die beiden Studentinnen Claudia Hellwig und Sandy Oerthmann (Bild rechts) von der Hochschule Harz sprechen über ihre Motivation, sich in das männerdominierte MINT-Feld zu begeben und wie sie dort den Unterschied zwischen Mann und Frau wahrnehmen.