Über die eigenen Grenzen hinaus

Er ist nicht nur in Wernigerode und Umgebung bekannt, der Harz Gebirgslauf lockt jeden Herbst unzählige LäuferInnen aus ganz Deutschland nach Hasserode. Zum 42. Mal luden an diesem Samstag, den 12.10.2019, die Organisationen zu der gemeinsamen sportlichen Veranstaltung ein.


Endlich war es soweit. Wochenlang habe ich mich vorbereitet und auf diesen Tag hin trainiert. Denn zum ersten Mal wollte ich in diesem Jahr am Harz Gebirgslauf teilnehmen. Am Freitag Nachmittag holte ich meine Unterlagen in einer schicken grünen Erima-Tüte am Rathaus ab. Und zugegebenermaßen stieg die Aufregung immer mehr: Schaffe ich die Strecke überhaupt? Bin ich morgen früh ausgeschlafen und fit? Bleibt das Wetter so gut wie angekündigt? – Antwort: JA!

Nach einem stärkenden Frühstück und mit guter Laune im Gepäck machte ich mich auf den Weg zur Himmelpforte – dem Startpunkt aller 6 Läufe. Bereits vor mir machten sich sowohl 896 Brocken-Marathon-LäuferInnen, 547 5-km-LäuferInnen, 361 Kinder als auch 551 Wanderer und Nordic Walker auf den Weg. Die 776 Halb-Marathon-Läufer sollten erst im Anschluss den Startschuss für ihr Rennen bekommen.

Streckenplan (Quelle: harz-gebirgslauf.de)

Doch jetzt war meine Zeit gekommen. Samstag 10:00 Uhr. 11km Strecke. 837 Teilnehmer ab 16 Jahren. Der Startschuss fiel. Und es tat sich zunächst nichts. Denn eh diese Masse an LäuferInnen sich in Bewegung gesetzt hatte, dauerte es einen Moment. Kein Problem, denn die Zeit wird ja sowieso über den Chip an meinem Schuh gemessen. Doch nun ging es auch für mich richtig los.

Mit Musik im Ohr ging es über Stock und Stein durch den schönen Harz. Entlang der Harzer Schmalspurbahn Strecke, deren Rauch im Zusammenspiel mit den bunt gefärbten Blättern einen grandiosen Blick generierte. Solche kleinen Momente sorgten dafür, dass ich mich immer wieder motivieren konnten, einen weiteren Fuß vor den anderen zu setzen – denn die Kraft in den Beinen ließ mit jedem Kilometer etwas nach. Kein Wunder, dass ich dann sogar von deutlich älteren Personen überholt wurde – was mache ich nur falsch oder die anders? Diese Frage konnte ich mir bis jetzt nicht beantworten. Doch eins stand fest: die letzten Meter bis zum Ziel strengte ich mich noch einmal richtig an und konnte so den ein oder anderen wieder ein- und teilweise sogar überholen.

Und da war er, der Zieleinlauf. Mit einem kleinen Lächeln überquerte ich die Linie und hatte den Harz Gebirgslauf endlich geschafft. Erschöpft ließ ich mich auf eine Bank fallen. Ich genoss die kostenlose Erbsensuppe, füllte meinen Zuckerhaushalt mit Waffeln und Kuchen wieder auf und bestaunte die unglaublichen Zeiten der verschiedenen Sieger. Ob ich je auch mal solche Zeiten laufen werde? Wer weiß – mit Motivation, Konzentration und genügend Wille ist alles möglich.


Bilder, Ergebnisse und weitere Informationen gibt es unter harz-gebirgslauf.de.

Außerdem berichtete der MDR Sachsen-Anhalt über den Harzgebirgslauf in einem kurzen Beitrag. Dort sieht man zudem, mit welchen Bedingungen die LäuferInnen auf den Weg zum und auf dem Brocken zu kämpfen hatten. (mdr.de/sachsen-anhalt-heute/video-345330_zc-37460f2c_zs-0dc2cd9a.html)

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